föhreinander

Mehrgenerationenhaus

Presseberichte (alle aus dem Insel-Boten)

30. November 2009

Sechs Chancen für Föhrer Familien Genossenschaft „föhreinander“ realisiert „Mehrgenerationen-Wohnen“ Wyk

Als vor rund fünf Jahren in der BUND-Ortsgruppe Föhr-Amrum die Idee entstand, hat wohl keiner damit gerechnet, dass das ehrgeizige Modellprojekt „Mehrgenerationen-Wohnen“ heute kurz vor seiner Realisierung steht.

Ziel ist eine Wohn- und Nachbarschaftsgemeinschaft, bestehend aus Mitgliedern mehrerer Generationen wobei Alleinstehende, Alleinerziehende, Verheiratete, Unverheiratete und Familien mit Kindern dort leben sollen. Die Organisationsform der Gemeinschaft ist dabei eine eingetragene Genossenschaft.

Im Wyker Fall trägt diese den Namen „föhreinander“. Die Gründungsdokumente wurden kürzlich von 17 „Wohnungsgenossen“ im Amtsgebäude unterzeichnet. Wie konkret die Planungen bereits vorangeschritten sind, verriet Manfred Hinrichsen, einer der beiden Genossenschaftsvorstände, auf der jüngsten Einwohnerversammlung: „Wir wollen im Frühjahr 2011 einziehen.“

Neben „Jung und Alt unter einem Dach“ soll das Projekt aber noch weitere Voraussetzungen erfüllen: Eine ökologische, energetisch modellhafte Bauweise, ein innovatives Energiekonzept, Gemeinschaftsräume für Begegnungen und Veranstaltungen, Werkstatt, Büro, Energieberatung oder etwa ein Regionalladen mit einem Café.

„Es war schwierig, ein geeignetes Grundstück zu finden“, schildert der Zweite im Vorstandsduo, Dirk Hartmann. Am Ende stellte Wyks Bürgermeister Heinz Lorenzen den wohl entscheidenden Kontakt zur WDR her, die plant, mit ihrer Busgarage an der Strandstraße ins Gewerbegebiet umzuziehen. „Die Verhandlungen stehen kurz vor dem Abschluss“, zeigt sich Hartmann optimistisch, dass das „Imageprojekt für die Insel und Wyk“ dort Realität wird.

Geplant ist, nachdem ein entsprechender Bebauungsplan aufgestellt und die Genehmigung vorliegt, eine Gemeinschaftswohnanlage mit 20 Einheiten von 50 bis 120 Quadratmetern Wohnfläche. Vergeben sind davon bereits 14. „Wir suchen noch Föhrer Familien mit Kindern oder aber Alleinerziehende“, erläutert der Vorstand, welche Gruppen noch fehlen.

Dabei zahlen die künftigen Bewohner keine Miete, sondern für Nutzungsrechte; der Erwerb von Eigentum ist nicht möglich, sondern es müssen Genossenschaftsanteile erworbern werden. Am Beispiel einer Vier-Zimmer-Wohnung (85 qm) sollten Anteile in Höhe von 15 Prozent (28.000 Euro) erworben werden. Wobei der Wyker betont, dass dieses Projekt nicht ausschließlich besser Verdienenden vorbehalten ist: „Für Menschen ohne Eigenkapital gibt es die Möglichkeit, zinsgünstig zu finanzieren oder dass besser Verdienende Solidaranteile erwerben.“

Begleitet bis zur Fertigstellung wird das vom Bundesbauministerium im Wettbewerb „Regionen schaffen Zukunft“ preisgekrönte Projekt von der Lübecker Firma „Conplan“. Infos gibt es telefonisch bei Dirk Hartmann unter 04681/7462074 oder per E-Mail (...).

djs        

5. Dezember 2009

Drei Fliegen mit einer KlappeBauausschuss unterstützt Mehrgenerationen-Wohnen Wyk

Wohnangebote für die einheimische Bevölkerung sind auf einer Tourismus-Insel wie Föhr generell rar. Insofern schlugen die Mitglieder des Bauausschusses gleich „drei Fliegen mit einer Klappe“, als sie jeweils einstimmig zwei Aufstellungsbeschluss-Empfehlungen für die Bebauungspläne Nummer zwölf und 32 an die Stadtvertretung abgaben.

Der B-Plan 32 umfasst das Gebiet zwischen Strandstraße und Nieblumstieg. Die erste Fliege ließ ihr Leben, weil das in diesem Bereich liegende, von einer Genossenschaft („föhreinander“) erhoffte Grundstück für ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt (wir berichteten) die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Verwirklichung erhält.

Das bedeutet die Ausweisung eines Allgemeinen Wohngebietes zur Dauerwohnnutzung für die einheimische Bevölkerung – womit die zweite Fliege erlegt wäre. Zugelassen werden sollen Wohngebäude, der Versorgung dienende Läden und Schank- und Speisewirtschaften sowie Anlagen für kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke. Beherbergungsnutzung wird hingegen ausgeschlossen. „Für die Stadt ist das zudem sehr praktisch“, erklärte die Ausschussvorsitzende Dr. Silke Ofterdinger-Daegel (KG) hinterher, dass so neuer Wohnraum geschaffen werde, ohne dass für Wyk Erschließungskosten anfallen.

Schließlich wurde der dritte Brummer erschlagen, weil auf diesem Wege weiteres Gewerbe, in diesem Fall die WDR-Busgarage, vom Stadtbereich ins Gewerbegebiet umsiedelt. So entwickelt sich die westliche Strandstraße weiter vom Mischgebiet hin zu einem reinen Wohngebiet.

Der B-Plan Nummer zwölf umfasst ein Gelände zwischen Rebbel- und Rugstieg östlich der Strandstraße. Mit diesem Aufstellungsbeschluss soll verhindert werden, dass es durch den B-Plan Nummer 32 zu städtebaulich unerwünschten Entwicklungen („Ausstrahlungswirkungen“) kommt, indem die bestehenden Verhältnisse festgeschrieben werden.

Bevor die Stadtvertretung nächsten Donnerstag über die B-Plan-Änderungen entscheidet, kommt der Bauausschuss noch einmal kurz zusammen, um im B-Plan 32 noch eine zwei Grundstücke nördlich der Busgarage betreffende Ergänzung vorzunehmen.

djs     

23. März 2010

Guter Familienquerschnitt erreichtMehr-Generationen-Wohnprojekt hofft auf Baubeginn im Sommer / Klärung der rechtlichen Fragen steht bevor Föhr

Auch auf Föhr haben sich die alten Strukturen des Zusammenlebens in den Familien immer mehr aufgelöst. Deutlich wurde dies für Karin Graff, Initiatorin der „Zeitbörse“, auch daran, dass die Zahl der Alleinerziehenden auf der Insel zunahm. Als Alternative zu diesem Trend entwickelte sie vor über drei Jahren die Idee des Mehr-Generationen-Wohnens und stieß auf offene Ohren. Die BUND-Inselgruppe Föhr-Amrum unterstützte diese Vision eines Wohnprojektes als „neue, gemeinsame, verantwortungsvolle und nachhaltige Form des Zusammenlebens“ von Anfang an und inzwischen bekundete auch die Stadt Wyk ihr Wohlwollen.

Mit der Zeit fand sich unter dem Dach von „Zeitbörse“ und BUND eine Gruppe Menschen zusammen, die beharrlich ihr Ziel verfolgte und ein Hindernis nach dem anderen aus dem Weg räumte. Als eines der größten Probleme erwies sich die Suche nach einem Standort, der Platz sowohl für ein Haus mit 20 bis 23 Wohneinheiten sowie ein zusätzliches Gemeinschaftshaus bieten sollte.

Dieser Knoten wurde wie berichtet zerschlagen, da man sich mit der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) auf ein Vorkaufsrecht für deren rund 4100 Quadratmeter großes Grundstück an der Strandstraße einigte. Als Projektträger fungiert die Genossenschaft „föhreinander“ und die baurechtlichen Regelungen sind weitgehend geklärt. „Mit der Stadt Wyk gibt es eine supergute Zusammenarbeit“, berichteten Karin Graff und Annemarie Lübcke vom BUND in einem Pressegespräch. Das werde auch daran deutlich, dass die Stadt die Mitgliedschaft in der Genossenschaft erworben habe.

23 „Genossen“ haben inzwischen Anteile von jeweils 500 Euro an der Genossenschaft erworben, an deren Spitze Dirk Hartmann und Dr. Manfred Hinrichsen stehen. 17 Interessenten haben sich für die neuen Wohnungen eingeschrieben, wobei inzwischen ein guter „Familienquerschnitt“ erreicht wurde.

Zunächst sah es so aus, als ob sich überwiegend ältere Menschen für das Vorhaben erwärmen konnten. Doch mittlerweile gelang es auch junge Familien und Alleinerziehende zu begeistern, und für weitere potentielle Mitbewohner stehen noch alle Türen offen.

Für die ersten Mieter des Mehrgenerationen-Wohnens bietet sich dabei die Chance, bei der Planung des Gebäudes ihre ganz speziellen Wünsche einzubringen. Denn die ersten Entwürfe für das in Hufeisenform geplante Gebäude werden bereits in einem Hamburger Architekturbüro erstellt. Geplant ist ein aufgelockertes Gebäude, in dem unterschiedliche Materialien verarbeitet werden und das nach modernsten energetischen Gesichtspunkten errichtet werden soll. Gefördert wird das Projekt, wie von Annemarie Lübcke zu erfahren ist, durch den sozialen Wohnungsbau des Landes und die künftigen Bewohner werden einen Eigenanteil aufbringen müssen.

Doch Karin Graff und Annemarie Lübcke betonen nachdrücklich, dass Interessenten nicht wegen des Geldes von diesem Vorhaben Abstand nehmen, sondern zunächst in einem Beratungsgespräch mit Fachleuten die Finanzierung ihres Anteils abklären sollten. Wichtig sei auch, dass dieses Geld für die zukünftigen Mieter nicht verloren ist, sondern bei einem Auszug wieder abgelöst wird. Graff: „Der Sinn der Genossenschaft ist schließlich, dass sich auch kleine Leute etwas schaffen können.“ Interessenten sollten sich bei Dirk Hartmann (Tel. 04681/7462074), bei Karin Graff oder Annemarie Lübcke melden, denn es soll möglichst bald mit dem Bauen losgehen. Mit der endgültigen Regelung der baurechtlichen Fragen rechnen die Initiatorinnen im Juni. Baubeginn könnte dann nach dem Grundstückskauf im Juli oder August sein. Im Herbst 2011 könnte das Mehrgenerationen-Wohnen Wirklichkeit geworden sein. Geht es nach Lübcke, der Geschäftsführerin der Insel- und Halligkonferenz, könnte „föhreinander als Leuchtturmprojekt für das Leben und Wohnen im Einklang mit der Natur, der Umwelt, der Gesundheit und des sozialen Bewusstseins“ von der Aktiv Region Uthlande unterstützt werden. ib     

6. August 2010

Wohn-Projekt nimmt weitere wichtige HürdeAusschuss befürwortet Bebauungsplan WYK

Die Schaffung baurechtlicher Voraussetzungen für die Erstellung der Mehrgenerationen-Wohnungen in der Wyker Strandstraße ist nahezu in trockenen Tüchern. Nachdem der städtische Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung den entsprechenden Satzungsbeschluss einstimmig billigte, werden nun die Stadtvertreter bei ihrer nächsten Sitzung ihr endgültiges Votum zur Änderung des Bebauungsplanes Nummer 32 abgeben.

Auf Antrag von Bürgermeister Heinz Lorenzen wurden – anders als ursprünglich in der Tagesordnung vorgesehen – bei der Ausschuss-Sitzung auch der städtebauliche Vertrag sowie der Kooperationsvertrag mit der Genossenschaft „föhreinander“ öffentlich beraten. Diese Vereinbarungen legen fest, dass bis zu 25 Wohnungen entstehen können, wovon ein Drittel für Inhaber von Wohnberechtigungscheinen vorbehalten sind.

Außerdem soll verhindert werden, dass in dieser Anlage langfristig Eigentumswohnungen entstehen. Auch wird der Stadt im Kooperationsvertrag für den Fall leerstehender Wohnungen ein Recht für Belegungsvorschläge eingeräumt, wobei sie auch, so Lorenzen, in Einzelfällen die Sicherheitsleistung übernehmen will.

Allerdings, so ist vom Vorsitzenden der Genossenschaft, Dirk Hartmann, zu erfahren, sind zur Zeit fast alle Wohnungen „fest gebucht“, und die Gemeinschaft kann letztlich über neue Mieter befinden. Schließlich würden mit diesem Projekt auch die Ziele eines besonderen Miteinanders verfolgt.

Auf Vorschlag von Heinz Lorenzen wird die Stadt die Kosten für das Bauleitverfahren übernehmen. „Dieses Projekt“, so der Bürgermeister, „ist im öffentlichen Interesse“. Die Stadt habe im Vorfeld ihre ideelle Unterstützung zugesagt, nun könne sie dies auch finanziell beweisen. Widerspruch fand dieser Vorschlag lediglich bei Ulrich Bork von der CDU und Annemarie Linneweber von der SPD, die sich dann auch gegen den städtebaulichen Vertrag aussprachen. Ihr Argument war, dass dies eine Ungleichbehandlung darstelle.

Die Genossenschaft „föhreinander“ rechnet nun damit, Ende September den Bauantrag für ihr Vorhaben stellen und im kommenden Jahr mit dem Bau des Mehrgenerationen-Hauses beginnen zu können. Nun liegt es nicht nur Annemarie Lübcke am Herzen, einige Gerüchte auszuräumen, die mit dem Projekt verbunden sind. Am wichtigsten ist ihr dabei: „Es wird kein Altersheim entstehen“. Vielmehr liege das Gewicht auf einer Mischung der Generationen. Junge und Alte, Alleinerziehende und Familien sollen unter einem Dach wohnen und dabei ein soziales Leben und Fürsoge füreinander leben.

Da das Projekt vom Föhr-Amrumer Bund für Umwelt- und Naturschutz (Bund) angeschoben wurde, sei es selbstverständlich, dass auch ökologische Gesichtspunkte einbezogen werden. So soll das Gebäude energetisch auf dem höchsten Stand sein, wofür eigens ein Energiegutachten erstellt worden sei. Besonders spannend für die Erstbezieher dürfte sein, dass sie im Vorfeld an der Gestaltung und dem Schnitt ihrer zukünftigen Wohnung mitwirken können.

Neben dem reinen Wohngebäude wird auf dem Gelände in der Strandstraße auch ein Gemeinschaftshaus mit Mehrzweckraum entstehen, das für die allgemeine Nutzung gedacht ist. Es soll in Zukunft unter anderem die Selbsthilfeorganisation „Brücke“ und auch den Bund beherbergen.

Die Trägerschaft des Mehrgenerationen-Wohnens durch die Genossenschaft „föhreinander“, in der übrigens auch Nicht-Bewohner Mitglied werden können, hat nach Überzeugung von Annemarie Lübcke eigentlich nur Vorteile. So unterstütze das Land Schleswig-Holstein solch eine Körperschaft mit zinsgünstigen Förderdarlehen. Die Genossenschaft sei „die“ demokratische Rechtsform, hat doch jedes Mitglied eine Stimme, unabhängig davon, wieviel Geld es eingebracht hat. Schließlich seien die Genossenschaftsmitglieder ihre eigenen Vermieter und damit unabhängig von den Interessen privater Wohnungseigentümer. Ein Zustand, von dem so mancher Mieter nur träumen könne.

Kontakt zur Genossenschaft können Interessierte über Dirk Hartmann, Tel. 04681/7462074 aufnehmen. len   

7. Januar 2011

Busgaragen weichen WohnprojektAbriss der WDR-Gebäude an der Strandstraße ein weiterer Schritt Richtung Realisierung des Mehr-Generationen-Vorhabens Wyk

Die Busse der WDR parken seit einigen Wochen im Gewerbegebiet unter freiem Himmel. Dafür können sich aber die Mitglieder der Wohnungsgenossenschaft „föhreinander“ darauf freuen, bald in ihren neuen gut geheizten Räumlichkeiten an der Strandstraße zu leben. Denn auf dem Gelände des Omnibusbetriebes haben nun die Abbrucharbeiten der WDR-Busgarage begonnen, womit das Föhrer Mehr-Generationen-Wohnen der Realisierung des Projektes einen weiteren großen Schritt vorankommt.

Sobald die Wetterverhältnisse es zulassen, wird dann die noch in Gründung befindliche Wohnungsgenossenschaft dort eine vom Land geförderte Anlage mit 25 Wohnungen erstellen. Hinzu kommen, so ist der Pressemitteilung der Genossenschaft zu entnehmen, eine ungeförderte (frei finanzierte) Wohneinheit sowie je ein kleines Appartement für Mitarbeiter im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) und für Praktikanten.

Als Kernstück des Projekts soll ein separates Gemeinschaftshaus, welches zu gleichen Teilen von den Vereinen „Die Brücke“ und vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) betrieben wird, entstehen. Neben den Büroräumen und den entsprechenden Beratungs- und Aktivitätsangeboten der beiden Vereine soll das Gemeinschaftshaus auch einen Sitzungs- und Veranstaltungsraum erhalten, der auch von Dritten angemietet werden kann. Spätestens im Frühjahr 2012, so hoffen die Beteiligten, wollen die Bewohner ihre neuen Heime beziehen. Im September 2009 hatten wie berichtet 17 „Wohnungsgenossen“ die Gründung von „föhreinander“ beschlossen und die Dokumente gemeinschaftlich unterzeichnet. Mittlerweile hat die Genossenschaft über 50 Mitglieder. Ihr sind somit nicht nur die 26 „Erstbezieher“ beigetreten, sondern auch Menschen, deren mittel- bis langfristige Lebensplanung darauf ausgerichtet ist, vielleicht einmal eine Wohnung zu beziehen oder die der Projektidee positiv gegenüber stehen.

„Es gab sogar Anfragen von den Azoren und aus den USA“, erklärt Dirk Hartmann, Mitglied des Genossenschaftsvorstands. Der überwiegende Teil sei aber selbstredend von der Insel sowie aus dem gesamten norddeutschen Raum gekommen. Das zurzeit „entfernteste“ Genossenschaftsmitglied käme aus Berlin. Die Mitgliedschaft ist beim Genossenschaftsvorstand zu beantragen; ein Genossenschaftsanteil kostet 500 Euro zuzüglich einem einmaligen Eintrittsgeld in Höhe von 100 Euro. Wer das Wohnprojekt mit höheren Beträgen unterstützen möchte, kann das über so genannte Solidaranteile tun, für die die Genossenschaft dann jährlich eine Rendite in Höhe von zwei Prozent ausschüttet. Infos erteilt Dirk Hartmann unter Tel. 04681/7462074 oder per E-Mail unter ...

djs

26. Januar 2011   

BUND plant neues UmweltzentrumHaus an der Wyker Strandstraße soll neben der Naturschutzorganisation die „Brücke“ beherbergen Wyk

Die „Liquidierung“ des Wyker Umweltzentrums vor elf Jahren bedeutete im Rückblick gesehen für die Inselgruppe Föhr-Amrum des Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) einen tiefen Schnitt, der auch eine Reduzierung seiner Aktivitäten zur Folge hatte. Er hatte keinen festen Standort mehr und seine Geschäftsstelle musste mehrmals umziehen. Zurzeit ist die Föhrer BUND-Vorsitzende Annemarie Lübcke noch im Büro der Insel- und Halligkonferenz (IHKo) in der ehemaligen Midlumer Amtsverwaltung zu erreichen, aber nicht mehr lange. Denn schon in wenigen Wochen scheidet Lübcke altersbedingt als Geschäftsführerin der IHKo aus.

Doch das Modellprojekt „föhreinander, Wohnen und Leben auf Föhr“, das von Mitgliedern der Inselgruppe maßgeblich vorangetrieben wurde, bedeutet für den BUND einen Lichtschein am Horizont. Neben dem reinen Wohntrakt wird nämlich an der Wyker Strandstraße auch ein „BUND-Umwelthaus“ entstehen, dessen Obergeschoss die noch in der ehemaligen Kurverwaltung am Südstrand untergebrachte Selbsthilfeorganisation „Brücke“ übernimmt, die in den vergangenen Jahren ebenfalls mehrmals umziehen musste.

Die Voraussetzung für den Erwerb des Umwelthauses hat maßgeblich die Bingo-Umweltlotterie geschaffen, die einen Zuschuss von 70 000 Euro bewilligte. Damit würdigte sie, wie Annemarie Lübcke betont, in erster Linie den bisherigen Einsatz der insularen Umweltschützer. Die Inselgruppe selbst bringt zur Finanzierung des Hauses ihr Preisgeld aus dem Wettbewerb „Region schafft Zukunft“ ein und auch der Landesverband des BUND hat seine Unterstützung zugesagt. „Dem Landesverband liegt es daran“, so Lübcke, „die Inselgruppe als stärksten Außenposten an der Westküste wieder aufleben zu lassen“. Schließlich war der BUND auf Föhr maßgeblich an der Umsetzung des „Integrierten Inselschutzkonzeptes“ beteiligt. Daran wollen die Föhrer Umweltschützer auch wieder anknüpfen, und von der „Sparflamme“ auf Energie umschalten, denn gerade Fragen der Energie sollen einen gewichtigen Platz im Einsatz der Inselgruppe einnehmen. Verbunden wird damit die Hoffnung, jüngere Menschen zur Mitarbeit gewinnen zu können. Dabei wird weiter an die Wiederbelebung des „Föhrer Forums“ als Gesprächskreis über Natur und Umweltthemen auf der Insel, an Veranstaltungs- und Informationsangebote und an eine Ernährungskooperative mit der Landwirtschaft gedacht.

Die BUND-Ortsgruppe will ihr Haus zu einem echten Nachfolger des Umweltzentrums machen. Das bedeutet auch, dass es für alle Vereine und Verbände offen steht, die hier Veranstaltungen, Seminare oder Tagungen durchführen können. Ab August 2012, so die Planung, soll das Projekt „föhreinander“ und damit auch das – übrigens barrierefreie – BUND-Umwelthaus bezugsfertig sein. Bis dahin sollen regelmäßige Treffen organisiert werden, bei denen Inhalte und Ausstattung der „neuen BUND-Heimat“ ausführlich besprochen werden können. len  

26. Oktober 2011  

Genossen machen ersten SpatenstichBaumaßnahme für Mehr-Generationen-Wohnprojekt der Genossenschaft „föhreinander“ soll im Dezember 2012 abgeschlossen sein Wyk

Endlich nimmt ein lange gehegter Traum Gestalt an: Mit dem gemeinsamen, symbolischen ersten Spatenstich konnten die zukünftigen Bewohner des Mehr-Generationen-Hauses an der Strandstraße die Bauphase eröffnen, die, wenn alles nach Plan läuft, am 1. Dezember 2012 abgeschlossen sein soll.

Über fünf Jahre ist es nun her, seit die Inselgruppe Föhr des BUND unter dem Motto: „gemeinsam statt einsam“ die Idee eines Wohnprojektes vorstellte, das Junge und Alte, Familien und Alleinstehende unter einem Dach vereinen sollte. Interesse potenzieller Mitbewohner gab es von Anfang an, und dank der finanziellen Unterstützung durch „Bingo-Lotto“ und den Landesverband des BUND konnte eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden.

Die Erarbeitung eines Konzeptes, an dem möglichst viele beteiligt sein sollten, war das eine. Das andere aber war die Suche nach einem geeigneten Standort, begleitet von der wohlwollenden Unterstützung der Stadt Wyk. Kaum zu zählen sind die Grundstücke, die untersucht und dann aus verschiedensten Gründen wieder verworfen werden mussten. Doch dann kam der Durchbruch: Die Wyker Dampfschiffs-Reederei war bereit, das Areal ihrer Busgarage an der Strandstraße für das Mehr-Generationen- Haus zu veräußern.

Zu Beginn dieses Jahres wurde die Garage abgerissen und das Grundstück für die Baumaßnahme vorbereitet. Dabei entstand ein tiefes Loch, das von vielen Passanten als Baugrube eingeordnet wurde. Viele Menschen zerbrachen sich die Köpfe, weshalb solch eine Grube ausgehoben wird, die sich dann im Laufe der Monate fast zu einem Biotop entwickelte. Es handelt sich aber bei dem Loch mitnichten um den zukünftigen Standort des Gebäudes. Vielmehr war es bei der Beseitigung des alten Kellergemäuers entstanden.

Als Träger des Wohnprojektes wurde im September 2009 die Genossenschaft „föhreinander – Wohnen und Leben auf Föhr“ von 17 Genossen aus der Taufe gehoben. Inzwischen gehören der Genossenschaft über 50 Mitglieder an. Seit dem 30. Juni dieses Jahres ist die Genossenschaft „föhreinander“, als deren Sprecher Dirk Hartmann und Manfred Hinrichsen fungieren, eingetragen und offiziell anerkannt. „Eine Genossenschaft ist die juristisch am genauesten reglementierte Form einer Gesellschaft“, so Manfred Hinrichsen. Bevor sie anerkannt ist, wird das Konzept genau hinterfragt.

Bevor die Genossenschaft nicht eingetragen war, konnte auch das Grundstück nicht offiziell übereignet werden. Doch nun ist nicht nur das geregelt, mit Manfred Hauschildt aus Husum konnte außerdem ein Generalunternehmer ins Boot geholt werden, der auch für den Bau des neuen Gebäudes der Schöneberger verantwortlich zeichnet. Schließlich, was überaus wichtig ist, ist auch die finanzielle Seite des Vorhabens geregelt: Die Genossenschaft kann 15 Prozent Eigenkapital der Bausumme von rund vier Millionen Euro aufbringen, und die Investitionsbank hat für dieses Vorhaben zinsgünstige Unterstützung zugesagt.

Im Mehr-Generationen-Projekt an der Strandstraße werden 28 Wohnungen entstehen, die bereits komplett vergeben sind. Für Manfred Hinrichsen ist das Vorhaben ein wichtiger Schritt, gerade auch auf Föhr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. „Ein Normalverdiener kann die Mieten auf der Insel kaum noch bezahlen“, hat er festgestellt. Hinrichsen, der auch als Kommunalpolitiker aktiv ist, hofft, dass im Laufe der nächsten Zeit auch die Stadt selbst ähnliche Wohnprojekte auf die Beine stellen kann. len  

5. April 2012

Mehr-Generationen-Haus Wyk

Geduld der Genossen zahlt sich aus

Grundsteinlegung für Mehr-Generationen-Wohnprojekt in der Strandstraße / Fertigstellung für Dezember geplant

Wyk. Sehr viel Geduld war von den Genossen abverlangt worden, bevor sie jetzt die Grundsteinlegung ihres Mehr-Generationen-Hauses in der Strandstraße feiern konnten. In bester Stimmung hatten sie sich eingefunden, um diesen wichtigen Moment gemeinsam zu genießen.
Dr. Manfred Hinrichsen, der in Vertretung des Chefs der Genossenschaft "föhreinander", Dirk Hartmann, die künftigen Bewohner zu diesem Anlass begrüßte, verschwieg dann auch nicht, dass sie bis zum endgültigen Einzug noch viel mehr Geduld aufbringen müssten. "Beim Rohbau kann man jeden Tag große Fortschritte beobachten, doch der Innenausbau danach scheint sich immer im Schneckentempo zu bewegen", konstatierte er.
Hinrichsen erinnerte in seinem Rückblick daran, wie euphorisch und zuversichtlich alle gewesen seien, als im Oktober 2010 der Kaufvertrag für das Grundstück mit der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) unterzeichnet und bereits im Dezember die Busgarage und Nebengebäude dort abgerissen wurden. Doch dann trat eine "schier endlos dauernde Pause" auf der künftigen Baustelle ein. "Es trat eine lange Zeit des Wartens ein, der Frust wurde immer größer, und die Gerüchte schwirrten über die Insel", erinnerte sich Hinrichsen.
Im Herbst 2011 versammelten sich viele Genossen endlich zum ersten Spatenstich an der Strandstraße - und dann folgten weitere Wochen des Wartens. Im Dezember vergangenen Jahres ging es dann aber wirklich mit dem Bauen los. "Jetzt sind wir einigermaßen zufrieden und wissen auch, wo unser Geld geblieben ist", stellte der Redner fest, bevor es dann endgültig an die Grundsteinlegung ging. Annemarie Lübcke, treibende Kraft auf dem langen Weg zum Mehr-Generationen-Wohnen brachte die Kupferröhre, die unter anderem eine Zeitung dieses Tages, Münzen, eine Liste der Genossen sowie einen Grundriss des neuen Gebäudes enthielt, mit.
Die jüngsten Bewohner in spe, Anna-Lotta, Sarah und Bennet, versenkten diese Röhre dann am Fuße einer Wand zum künftigen Gemeinschaftsraum der Anlage "föhreinander". Sorgfältig wurde das Behältnis von den Arbeitern einzementiert, um hoffentlich viele Generationen lang in diesem Gebäude zu ruhen.
Nun fiebern die Mitglieder der Genossenschaft, die offizielle "föhreinander - Wohnen und Leben auf Föhr" heißt, dem 1. Dezember 2012 entgegen. Dann sollen nämlich, zumindest nach der Planung, die 28 neuen Wohnungen fertiggestellt sein. Hinrichsen empfahl jedoch, den Umzugswagen nicht schon für diesen Tag zu bestellen.

11. Mai 2012

Darlehen für die Genossenschaft
Stadtvertretung beschließt Wohnungsbauförderung in Höhe von 150 000 Euro für das Mehrgenerationen-Projekt in der Strandstraße
Wyk

Die Bewohner sollen einen Einblick in die Tätigkeit der Gremien bekommen, um deren Arbeit zu würdigen und zu kontrollieren. Dies sieht die neueste Änderung der Gemeindeordnung vor. Da diese sofort umzusetzen war, bescherte sie der jüngsten Sitzung der Stadtvertreter ein Novum. Denn erstmals mussten die Politiker zu Beginn darüber abstimmen, ob bestimmte Tagesordnungspunkte öffentlich oder im Geheimen beraten werden. Weiterhin gilt, wenn es „überwiegend Belange des öffentlichen Wohls oder Einzelinteressen erfordern“, wird nicht öffentlich beraten.

Ohne diese Änderung wären die diesmal zahlreichen Besucher vermutlich kaum Zeugen geworden, als nach einstimmigem Beschluss über einen Darlehensvertrag zwischen der Stadt und der Genossenschaft „föhreinander“ beraten und beschlossen wurde.

Die Genossenschaft, die bekanntlich in der Strandstraße ihr Mehr-Generationen-Wohnprojekt mit 28 Einheiten realisiert, habe die Stadt um Unterstützung geboten, erklärte Paul Raffelhüschen. Der Vorsitzende des Finanzausschusses führte weiter aus, dass das Gremium die Hilfe darin sah, einen Zuschuss von zwei Prozent der Zinsbelastungen über 20 Jahre zu gewähren. Nun aber wolle „föhreinander“ ein „richtiges“ Darlehen in Höhe von 150 000 Euro mit einer Laufzeit von 30 Jahren.

Als erster ergriff der Vorsitzende, Bürgermeister Heinz Lorenzen, das Wort: „Die Stadt sieht sich nicht in der Lage, eine Bürgschaft zu übernehmen.“ Deshalb wäre es für alle Beteiligten die günstigste Lösung, wenn die Stadt aus ihrer Rücklage – derzeit rund 4,5 Millionen Euro – direkt ein Darlehen in Höhe von 150 000 Euro zu einem Zinssatz von 1,9 Prozent geben würde.

„Wir fragen uns, ob die Stadt mit Steuermitteln Bankgeschäfte tätigen soll“, kam es zunächst aus der CDU-Ecke von Raffelhüschen, der zudem befürchtete, dass im Falle einer Pleite das Geld verloren sei, da die Stadt im Grundbuch nicht hochrangig genug eingetragen sei.

KG-Vertreter Eberhard Schaefer brach dann eine Lanze für das Projekt. „Ich halte dieses Konstrukt für einen Glücksfall der Gemeinde“, erklärte er angesichts herrschender Wohnungsknappheit und bat, „alles dafür zu tun“. Grundsätzlich der CDU-Argumentation an schloss sich Peter Schaper (SPD). Aber in diesem besonderen Fall würden die Sozialdemokraten für die Darlehensbewilligung stimmen: „Die Wohnungsnot ist höher zu bewerten als die Bedenken, dass die Stadt ein Darlehen vergibt.“ Und es sei kein Geheimnis, dass bei der Genossenschaft, „der Schuh drückt“.

Als Mahner meldete sich dann noch einmal die CDU in Person von Jan Arndt Boetius: „Ich halte nichts davon, unsere Rücklagen zu verfrühstücken.“ Zudem störte ihn die lange Laufzeit: „Wir machen Sachen, die die nächste Generation betreffen“ und man könne den Zins nicht auf 30 Jahre festlegen. „Sehr bedenklich“ war für Boetius’ Parteifreund Raffelhüschen dann noch die Tatsache, dass die Kommunalaufsicht trotz Anfrage den Vorgang bislang nicht schriftlich erlaubt habe. „Wenn die Stadt dauerhaft leistungsfähig ist, kann sie in Eigenverantwortung handeln“, verwarf der Bürgermeister dieses Argument aber sofort wieder. Auch für Lorenzen zähle, dass mit deutlich über 20 Wohnungen „etwas Druck vom Markt genommen“ werde.

Daraufhin meldete sich mit Erland Christiansen noch einmal die CDU: Er denke keinesfalls unsozial, sei aber dagegen, weil so Steuergelder vergeben würden, „die uns die Bürger geliehen haben“. Zudem wundere er sich, dass die Stadt überhaupt helfen müsse. Schließlich erklärte noch Silke Ofterdinger-Daegel, dass die KG-Fraktion „die Verantwortung tragen könne“. Damit waren die Mehrheitsverhältnisse geklärt und gegen vier Stimmen der CDU-Herren und einer Enthaltung durch Claudia Andresen wurde das Darlehensersuchen (150 000 Euro auf 30 Jahre zu 1,9 Prozent) für die Genossenschaft „föhreinander“ beschlossen.

„Der Genossenschaftsvorsitzende, Dirk Hartmann, erklärte auf Anfrage nach der Sitzung, warum „föhreinander“ die Hilfe benötigt: „Das Geld ist einzig zur Absicherung unvorhergesehener Ausgaben.“ Auch sei die Genossenschaft nicht pleite. Hartmann: „Es handelt sich um ein Fünf-Millionen-Projekt und das ist nicht gefährdet.“ Vielmehr musste man, um überhaupt mit dem Generalunternehmer zum Abschluss zu kommen, an die finanziellen Grenzen gehen. Die Genossen selbst haben, so Hartmann weiter, mehr als 600 000 Euro Eigenkapital eingebracht.

Die verlorenen Reserven sollen nun mit dem Darlehen wiederbeschafft werden. Und, so Hartmann weiter, es sei keinesfalls unüblich, wenn sich die Stadt am kommunalen Wohnungsbau beteilige: „Das ist sogar ihre ureigenste Aufgabe.“

Übrigens, die Änderung der Gemeindeordnung fordert zudem, dass künftig auch der Finanzausschuss öffentlich zu tagen hat. Dieses Gremium ließ sich in der Vergangenheit überhaupt nicht in die Karten schauen.djs


18. Juni 2012

Experimenteller Weg im Städtebau
Richtfest im Mehr-Generationen-Haus mit zahlreichen Gästen gefeiert / Wohnanlage soll nach Fertigstellung öffentlich präsentiert werden
Nun geht es Schlag auf Schlag für die Mitglieder der Genossenschaft „föhreinander“. Nach dem ersten Spatenstich im vergangenen Herbst und der Grundsteinlegung im April konnten sie jetzt das Richtfest für ihr Mehr-Generationen-Haus an der Wyker Strandstraße feiern. Der Generalunternehmer dieses Vorhabens, Manfred Hauschildt aus Husum, ist zuversichtlich, dass der nächste Schritt, nämlich die Fertigstellung der Anlage, pünktlich zum 1. Dezember dieses Jahres erfolgt. „Wenn uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, sollte eigentlich alles klar gehen“, meinte er.

Zum Richtfest konnte Dirk Hartmann, der Vorsitzende der Genossenschaft, nicht nur die zukünftigen Bewohner und Nachbarn sowie Wyks Bürgermeister Heinz Lorenzen und einige Stadtvertreter, sondern eine ganze Reihe Gäste vom Festland begrüßen. Neben Vertreterinnen der Geld gebenden Investitionsbank Schleswig-Holstein war dies Professor Hagen Eyink vom Berliner Bundesbauministerium, der die Grüße von Bundesbauminister Peter Ramsauer überbrachte.

Doch bevor die Handwerker den Richtspruch ausbrachten und dem Haus und seinen Bewohnern alles Gute wünschten, ließ Dirk Hartmann zunächst die Namen der wichtigsten Organisationen Revue passieren, die die Verwirklichung der Idee eines gemeinsamen Wohnens im Einklang mit der Natur möglich gemacht haben. Dabei nannte er zunächst den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und den Föhrer Verein „Die Brücke“, die nach der Fertigstellung ihre jeweiligen Räume im Gemeinschaftshaus beziehen werden. Unterstützt haben dieses Vorhaben unter anderem auch die Stadt Wyk und die Umweltlotterie Bingo.

„Dieses Mehr-Generationen-Haus ist eine gewaltige Sache“ betonte Professor Eyink, der sich darüber freute, dass damit in Wyk, wo bezahlbarer Wohnraum für Einheimische knapp ist, 28 Wohneinheiten geschaffen werden. Er erinnerte weiter daran, dass das Projekt gemeinsam mit dem Kreis Nordfriesland beim Wettbewerb des Bundesbauministeriums „Region schafft Zukunft“, bei dem es um die Entwicklung ländlicher Räume ging, erfolgreich gewesen ist. Ein Modellvorhaben, das der Gast als einen experimentellen Weg im Städtebau bezeichnete. Die Verantwortlichen im Berliner Ministerium seien sehr interessiert am Fortgang dieses Projektes, hob der Professor weiter hervor, und würden das Ergebnis nach der Fertigstellung der Wohnanlage öffentlich präsentieren. Das Bundesbauministerium konnte solch ein Modellvorhaben mit anschieben, hieß es abschließend, und so seine Förderung gezielt ausrichten.

Im Rohbau des künftigen Hauses war dann schließlich alles für einen zünftigen Richtschmaus vorbereitet. Hier versammelten sich alle Beteiliglten, in der Überzeugung, dass noch viele weitere Gemeinschaftstreffen folgen werden.len


21. Mai 2013

Wohnprojekt stellt sich vor
Am Freitag Feier mit Minister und Tag der offenen Tür
Nach über fünf Jahren des Hoffens und Planens erreicht am kommenden Freitag, 24. Mai, die Geschichte des Wyker Mehrgenerationen-Wohnprojektes „föhreinander“ mit der Einweihung ihren Höhepunkt.Während der Vormittag der offiziellen Feier mit Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck und Vertretern verschiedener Institutionen gewidmet ist, steht der Nachmittag von 14 bis 17 Uhr im Zeichen des „Tages der offenen Tür“. Dabei sollen alle Insulaner die Gelegenheit bekommen, dieses neuen Gebäude an der Strandstraße kennenzulernen.

In einem Pressegespräch gaben Annemarie Lübcke, Vorsitzende der BUND-Inselgruppe Föhr-Amrum, Eva-Maria Findeisen, Vorsitzende der „Brücke“, sowie Sybille Wahala, Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft „föhreinander“, als Vertreterinnen der drei Säulen dieses Projektes einen Vorgeschmack auf das geplante Programm. „Die Besucher werden Gelegenheit bekommen, den öffentlichen Teil des Wohnkomplexes zu besichtigen“, erklärte Sybille Wahala, in 28 Wohnungen haben etwa 60 große und kleine Bewohner eine Heimat gefunden, die versuchen, hier eine neue Form des Zusammenlebens zu praktizieren. Sie werden am Freitag auch für das leibliche Wohl der Besucher sorgen.

Der BUND will an diesem Tag sein Umweltzentrum Föhr präsentieren, das offen für alle insularen Vereine sein wird. „Wir sind kein geschlossener Club“ betont Annemarie Lübcke, die sich darüber freut, dass der BUND nun endlich wieder intensive Umweltarbeit auf der Insel leisten kann. Dazu gehören unter anderem das Projekt zum Schutz der Uferschnepfen und die Einrichtung einer „Elektrotankstelle“. Die „Brücke“ will die Vielfalt ihrer Aktivitäten und Selbsthilfegruppen vorstellen. Die Palette reicht von der Suchtberatung über die Seniorengruppe und die Gruppe zur Trauerbewältigung bis hin zu den „Waagemutigen“.

Alle Akteure des „Tages der offenen Tür“ wollen mit ihren Aktionen verdeutlichen, dass das Projekt „föhreinander“ ein selbst bestimmtes Haus ist, dessen Bewohner und Nutzer soziale, ökologische und ökonomische Ziele vereinen wollen.len


25. Mai 2013

„Ein Vorbild für andere Regionen“
Umweltminister lobt bei der Einweihungsfeier das Mehrgenerationen-Wohnprojekt / Endlich feste Domizile für BUND und Brücke
Irgendwie hat Robert Habeck Pech. Immer, wenn der Umweltminister nach Föhr kommt, versagt die Technik. So beim „Startschuss“ für die Sandvorspülung im vergangenen Sommer, als einfach nichts aus den Rohren spritzen wollte. Und so gestern, als Habeck offiziell die Elektrotankstelle am neuen BUND-Umweltzentrum in der Strandstraße in Betrieb nehmen und seinen Fahrrad-Akku dort aufladen sollte. Die Aktion scheiterte an einem fehlenden Kabel. Der Minister nahm es genauso mit Humor, wie alle Umstehenden.

Die Inbetriebnahme der öffentlichen, mit Solarstrom vom Dach und Föhrer Windstrom betriebenen Tankstelle auf dem Parkplatz des Mehrgenerationenhauses war der letzte „offizielle“ Programmpunkt der Einweihungsfeier von Umweltzentrum, neuem Brücke-Domizil und dem gesamten Projekt der Genossenschaft „föhreinander“, die an der Strandstraße neben den Räumen für den Umweltverband und die Selbsthilfeorganisation 28 Wohnungen erstellt hat.

„Nun können wir uns endlich wieder auf unsere eigentliche Arbeit konzentrieren“, freute sich die Föhrer BUND-Vorsitzende Annemarie Lübcke, dass die Inselgruppe des Bund für Umwelt- und Naturschutz nun endlich ein dauerhaftes, eigenes Domizil gefunden hat. Und auch der Brücke-Vorsitzenden Eva-Maria Findeisen standen Freude und Erleichterung ins Gesicht geschrieben, hat die Selbsthilfeorganisation doch in den zurückliegenden Jahren immer wieder umziehen müssen. Nun teilen sich beide ein Haus in dem Gebäudekomplex an der Strandstraße. Im Erdgeschoss hat der BUND einen Seminarraum und ein Büro, darüber befinden sich Gruppenräume und Büro der Brücke sowie die Suchtberatungsstelle. Lübcke dankte allen, die das unter anderem mit Bundes-, Landes- und Lotteriemitteln geförderte Projekt finanziell und ideell unterstützt haben, insbesondere der Stadt Wyk, „die sich doch noch durchgerungen hat, dem Projekt ein Kommunaldarlehen zu geben. Das hat ‚föhreinander‘ sehr auf die Beine geholfen“.

Bürgermeister Heinz Lorenzen zeigte sich erfreut darüber, dass „föhreinander“ etwas gelungen sei, was die Stadt selbst noch anstrebe – die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Lorenzen erinnerte daran, dass bereits im Jahr 1994 auf dem Gelände an der Strandstraße Dauerwohnungen für Einheimische gebaut werden sollten, was damals aber nicht finanzierbar gewesen sei. Als Einweihungsgeschenk der Stadt überreichte er einen Gutschein für einen Zaubernuss-Strauch, „weil Sie viele harte Nüsse knacken und auch etwas zaubern mussten“.

„Ich habe manchmal das Gefühl, ich bin ein Westküstenminister mit Außenstelle in Kiel“, hatte zuvor Robert Habeck, berichtet, dass sein Ministerium gerade in dieser Region viele Bereiche begleite. „Man spürt ab Dagebüll, dass das Leben hier eine andere Intensität hat“, lobte der Minister die „besondere Geisteshaltung“ der Menschen an der Westküste, die sich nicht nur darin zeige, dass sie so trotzig gegen Kohlendioxid-Speicherung und Fracking protestierten wie es das sonst in keiner Region gebe. Dieses Durchhaltevermögen machte er auch bei „föhreinander“ aus. „Dieses Projekt hat von der ersten Idee bis zur Umsetzung sieben Jahre gedauert, das ist eine großartige Beharrlichkeit“, lobte der Minister. Die Föhrer Genossenschaft habe mit ihrem Mehrgenerationenhaus „etwas geschaffen, das Vorbildcharakter für andere Regionen haben kann. Das ist aller Ehren Wert“, lobte Habeck.

Und der Umweltminister kam gestern Mittag aus dem Loben gar nicht mehr heraus. Denn das erste Projekt, das der BUND von seinem neuen Domizil aus verfolgen will, eine Initiative für eine plastikarme Insel, ist gerade auch genau sein Thema. Vor zwei Wochen, so berichtete Habeck, habe er mit seinen Mitarbeitern diskutiert, ob und wie man es schaffen könne, noch in dieser Legislaturperiode ein plastikarmes Schleswig-Holstein auszurufen. „Und dann komme ich nach Föhr, eröffne ein Haus, esse Suppe, und dann sagen mir die Föhrer, wie das geht“. pk


17. Juni 2013

Flohmarkt
in der Strandstraße
Die Genossenschaft „Föhreinander“ veranstaltet am Sonnabend, 22. Juni, zwischen 14 und 17 Uhr einen Flohmarkt auf dem Gelände ihres Mehrgenerationen-Hauses in der Wyker Strandstraße. Im Angebot sind unter anderem Trödel, Spielzeug und Bücher. Die Standgebühr beträgt einen Kuchen, mit dem Erlös aus dem Kuchenverkauf soll der Hof für die Kinder verschönert werden. Informationen und Anmeldung unter Tel.  04681/741946.


16. Juli 2014

Informatives Sommerfest
Bund, Brücke und Wohnungsgenossenschaft feierten ein Jahr nach dem Einzug in der Strandstraße gemeinsam
Wyk

Ein Jahr nach dem Einzug in das neue Domizil in der Wyker Strandstraße wurde im Innenhof ein informatives Sommerfest ausgerichtet. Eine Gemeinschaftsaktion der Inselgruppe Föhr-Amrum des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund), der Selbsthilfeorganisation „Brücke“ und der Wohnungsgenossenschaft „föhreinander“. Angela Ottmann (Bund), Eva-Maria Findeisen (Brücke) und Anke Scheuermann („föhreinander“) lobten das gemeinsame Engagement der drei Zusammenschlüsse, die hier Tür an Tür arbeiten, wodurch ein guter Austausch ermöglicht wird.

Verzehrt wurden Kaffee, Kuchen und Würstchen vom Grill. Viel Eigenbarbeit lag dem Fest zugrunde, aber auch viel Geschmack. Passend dazu einige Themen des Treffens: „Regional und Bio einkaufen auf Föhr“ und „Plastikarme Inselumwelt“.

In den Räumen des Bund wurde die Ausstellung „Eingetaucht – Vielfalt in unseren Meeren“ eröffnet. Rede und Antwort standen hier alle Kollegen, so dass umfassend informiert wurde. Maxi Huth, seit einer Woche wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Föhrer Bund, führte kompetent durch ein vom Umweltbundesamt eingerichtetes Internetportal. Mit diesem interessanten Tool zur Errechnung des ganzjährigen CO2-Anfalls, etwa eines Familienhaushaltes, konnten Erkenntnisse über die Auswirkung des eigenen Verhaltens gewonnen werden.

Die Stichworte waren unter anderem Ernährung, Mobilität und nachhaltiges Wohnen. Für jede Anfrage nahm sich Huth genügend Zeit und spielte die jeweiligen Modelle mit den Interessierten am Computer durch. Draußen zeigte Maxi Huth die Strom-Tankstelle, deren Anschaffungskosten bei zweieinhalbtausend Euro lagen. Leider finden „nicht alle Elektro-Autos der Insel“ den Weg hierher – so hat diese Station noch eher Symbol-Charakter.

Die Räumlichkeiten der „Brücke“ konnten ebenfalls besichtigt werden. Auch stand dort ein Treppenlift zur Verfügung. Der „Verein zur Unterstützung von Menschen in Not“ ist eine sehr wichtige Anlaufstelle, nicht nur auf Föhr. Bedürftigen Menschen in seelischen Ausnahmezuständen oder mit körperlichen Beschwerden wird hier beiseite gestanden. Ob durch Suchtprobleme, Vereinsamung oder chronische Krankheiten – hier bekommen die Betroffenen Rat und Hilfe.

Die „Energiegenossenschaft Föhr – die Zukunft in Bürgerhand“ war mit den Überschriften „Interessenausgleich“, „Lokale Wertschöpfung“, „Soziale Gerechtigkeit“, „Bedarfsgerechte Energiewirtschaft“ und „Insolvenzsichere Unternehmensform“ vertreten. Kurzfristig ist angestrebt, jegliche Energieversorgung des Föhr-Amrumer-Amtsgebäudes durch ein Blockheizkraftwerk (BHKW) zu gewährleisten. Allen existentiellen Bereichen dieses Sommerfestes gebührte mehr Publikum. Jene Besucher jedoch, viele aus direkter Nachbarschaft, die sich an diesem Nachmittag eingefunden hatten, waren guter Dinge. msr


13. Mai 2015

Zwei Jahre gelebtes Miteinander
Genossenschafts-Projekt in der Erfolgsspur: Das Mehrgenerationenhaus in der Strandstraße steht finanziell gut da
„Eines unserer wichtigsten Ziele, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum auf Föhr, haben wir auf jeden Fall erreicht.“ Zufrieden kann dies Dirk Hartmann, Vorstandsmitglied der insularen Wohngenossenschaft „föhreinander“, im Anschluss an eine Genossenschaftsversammlung am Ende des zweiten Jahres des Miteinander-Wohnens feststellen. Er und sein Vorstandskollege Dr. Manfred Hinrichsen hatten deutlich machen können, dass ihre Organisation auf gesunden finanziellen Beinen steht.

Zwei Jahre gelebtes Miteinander der Generationen ist zwar kein Anlass für eine große Jubiläumsfeier, aber doch ein Grund zum Rückblick auf ein Projekt, auf dessen erfolgreiche Verwirklichung vor knapp zehn Jahren kaum Wetten abgeschlossen worden wären. Die Idee wurde von engagierten Mitgliedern der Inselgruppe Föhr-Amrum des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) „geboren“. Informationsveranstaltungen, die Suche nach Partnern und Interessenten und viele Stunden der Beratung wurden damals investiert.

Die Stadt Wyk zeigte sich aufgeschlossen und die Umwelt-Lotterie Bingo ermöglichte die Machbarkeitsstudie – weitere Meilensteine, die zeigten „da bewegt sich was“. Als besonders schwer zu nehmende Hürde erwies sich seinerzeit die Suche nach einem geeigneten Standort für die Mehrgenerationen-Wohnanlage. Doch als die Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) ihre alte Busgarage an der Strandstraße aufgab, gelang es endlich, „Nägel mit Köpfen“ zu machen. Das Grundstück konnte gekauft und die Genossenschaft „föhreinander“ gegründet werden.

Sie ist die Organisationsform für ein privates Projekt, in dem jedes Mitglied genau eine Stimme hat. Die Geschäftsanteile der Genossen machten es möglich, die notwendigen 15 Prozent Eigenkapital für den Bau des Gebäudes aufzubringen, an dem auch der BUND und die „Brücke“ sowie die Stadt Wyk Anteile haben, und das auch durch das Land Schleswig-Holstein gefördert wurde. Die Wohnbau-Genossenschaft, übrigens die erste ihrer Art in Nordfriesland, hat nach Überzeugung von Dirk Hartmann auch den Vorteil, dass die Bewohner nicht nur Mieter, sondern gleichzeitig auch Eigentümer der Anlage sind.

In den 28 Wohnungen, davon 26 geförderte Einheiten, wohnen seit zwei Jahren rund 60 Menschen, von denen zwei im Verlauf der vergangenen zwei Jahre geboren wurden. Bisher ist noch keinerlei Fluktuation bei den Bewohnern festzustellen: Die Mieter der ersten Stunde wohnen alle noch in der Strandstraße. Bei einem Mieterwechsel wäre die Dauer der Mitgliedschaft in der Genossenschaft von Bedeutung. „Die Altersstruktur der Bewohner ist zur Zeit ideal verteilt“, stellt auch Karin Graff, Mitglied des Aufsichtsrates fest, der Jüngste ist im Säuglingsalter und der älteste Bewohner fast 80 Jahre alt.

Familien, Alleinerziehende und Rentner wohnen in der Strandstraße Tür an Tür. Das Prinzip dabei: Jeder kann mitmachen, aber keiner wird dazu gezwungen. „Es hat sich aber gezeigt, dass in Notfällen sofort Unterstützung von allen Seiten geboten wird. Die spontane Hilfe funktioniert bei uns 100-prozentig“, betont Karin Graff.

Auch bei den verschiedenen Arbeitsgemeinschaften ist eine rege Beteiligung zu verzeichnen. So gibt es Gruppen, die sich mit der Gestaltung des Grundstücks befassen, und andere kümmern sich um technische Dinge. Und auch die Einrichtung und Gestaltung des Spielplatzes hatten die Eltern in Eigenregie vorgenommen.